Teil 1 - Die Zunkunft des Selbstbewusstseins in der Gesellschaft
Selbstbewusstsein ist eines jener Worte, die im Alltag schnell ausgesprochen und selten sauber durchdacht werden. Man verwechselt es gern mit Lautstärke, Durchsetzungsvermögen oder einem sicheren Auftreten. Doch das greift zu kurz. Selbstbewusstsein beginnt nicht bei der Wirkung nach außen, sondern bei der Beziehung eines Menschen zu sich selbst. Es zeigt sich darin, ob jemand sich innerlich kennt, sich tragen kann, die eigenen Widersprüche aushält und unter Druck nicht sofort den Kontakt zum eigenen Maß verliert. Gerade deshalb ist Selbstbewusstsein kein bloßes Persönlichkeitsthema, sondern ein gesellschaftliches. Es entsteht nie im luftleeren Raum. Es wächst, bröckelt, verfestigt oder verzerrt sich immer auch unter den Bedingungen einer Zeit.